In der vergangenen Woche konnte sich Thorsten Frei in der Ukraine persönlich ein Bild von der großen Widerstandskraft des ukrainischen Volkes im fünften Kriegsjahr machen. Obwohl das Land einen ungewöhnlich strengen Winter durchlebt hat, viele Opfer erbringen muss und Russland mit unverminderter Brutalität auf zivile Infrastruktur und die Energieversorgung abzielt, steckt niemand den Kopf in den Sand.
Da in die Zeit seines Aufenthalts die härtesten Angriffe auf Kyjiw seit Kriegsbeginn fielen, wurden die unmittelbaren Auswirkungen des Drohnen- und Raketenterrors auch für ihn unmittelbar erlebbar. Frei konnte sich so persönlich ein besonders einprägsames Bild von den Zerstörungen machen. Die Einschläge von mehr als 2.500 Drohnen und 60 Marschflugkörpern in zwei Nächten trafen keine militärische Infrastruktur, sondern zivile Gebäude. Trotz permanenter Luftangriffe erlebte Thorsten Frei in Kyjiw eine gut organisierte Verteidigungs- und Versorgungsstruktur sowie ein Stück weit Normalität im Alltag der Bürger.
Das war für ihn nachhaltig beeindruckend und zeugt von einem Land, das sich auch in Zukunft nicht den Aggressionen Russlands beugen wird. Im Gespräch mit Präsident Wolodymyr Selenskyi, dem Chef der Präsidialverwaltung Kyrylo Budanow, zur sicherheitspolitischen Lage sowie auch mit Vertretern der Zivilgesellschaft hat sich für den Gast aus Deutschland gezeigt, wie flexibel, resilient und innovativ das Land in der Krise agiert. „Es gibt inzwischen viele Bereiche, in denen die Ukraine einen riesigen Vorsprung hat und Deutschland lernen kann. Deshalb haben wir ein strategisches Interesse an der weiteren Zusammenarbeit und der Unterstützung der Ukraine“, so derKanzleramtschef.

