In der letzten Woche hat Rafael Sison ein Praktikum im Bundestagsbüro von Thorsten Frei gemacht. Im folgenden können Sie seinen Praktikumsbericht lesen:
Das politische Berlin – hier hat die Politik ihren Hauptsitz. Aber ist das politische Berlin wirklich so, wie ich es mir vorgestellt habe? Ich würde sagen: Ja. In den Ausschüssen, in denen wir waren – wir hatten die besondere Gelegenheit, ein Praktikum zu zweit zu absolvieren – wurde viel diskutiert und mit Begriffen um sich geworfen, die detailreich waren und in die Tiefe gingen. Und am Ende passierte dann doch oft weniger, als man aufgrund der langen Diskussion erwarten würde.
Doch was haben wir tatsächlich erlebt? Hinter uns liegt eine vollgepackte und gleichzeitig erlebnisreiche Woche. Der Tag begann meist um 7 Uhr und endete erst – nach unseren freiwilligen Terminen am Abend – gegen 21 Uhr.
Die Tage waren zwar vollgepackt, aber wir haben jede Gelegenheit genutzt, um möglichst viele Einblicke zu gewinnen.
Von einer Führung durch das Bundeskanzleramt über Arbeitsgruppensitzungen bis hin zu Plenarsitzungen und parlamentarischen Abenden war alles dabei.
Ich habe viel gelernt und einen hautnahen Eindruck davon bekommen, wie Politik in Berlin funktioniert. Im Bundestag sitzen aktuell 630 Abgeordnete. Nach meinem Eindruck wird die eigentliche politische Arbeit jedoch nur von einem Teil von ihnen durchgeführt.
Besonders spannend waren die Plenarsitzungen. Sie haben mir noch einmal gezeigt, dass diese Sitzungen letztlich nur die Spitze des Eisbergs sind. Hier werden Themen oft nur angerissen, während die eigentliche inhaltliche Arbeit vorher ausführlich in den Fachausschüssen stattfindet.
Im Kern findet im Plenum auch ein Stück weit politische Inszenierung statt: Es dient dazu, Positionen zu verdeutlichen, zu polarisieren und politische Botschaften in der Öffentlichkeit zu platzieren.
Beeindruckt hat mich auch die Regierungserklärung von Friedrich Merz, wobei am eindrucksvollsten die Zwischenrufe der einzelnen Politiker waren. Diese kamen von jeder Partei zur Genüge, was auch verständlich ist – würde ich genauso machen.
Auch die parlamentarischen Abende waren sehr interessant. Ich war beeindruckt davon, wie ernst man selbst als Praktikant genommen wird – auch von Mitgliedern des Bundestages. Wir führten viele gute Gespräche und bekamen einen Einblick in die facettenreiche Arbeit eines Abgeordneten. Wir haben mit Lobbyisten gesprochen und uns mit Personen ausgetauscht, die man gar nicht hinter politischer Arbeit vermuten würde.
Weitere Erfahrungen waren die Hintergrundinformationen, die wir durch das Team erhalten haben. Wir erfuhren, was es bedeutet, sich gleichzeitig in verschiedenen Rollen innerhalb des politischen Systems zu bewegen (Gewaltenteilung), aber auch, welchen persönlichen Einsatz dieser Beruf verlangt.
Die Führung im BKAmt war super interessant. Wir sahen Ecken und Räume, die ansonsten niemand so einfach zu sehen bekommt. Die persönliche Führung, die Herr Friedrich uns gab, beinhaltete nicht nur interessante Informationen, sondern auch Hard Facts aus dem Nähkästchen.
Ein kleiner Fun Fact zum Schluss: Plötzlich standen wir im Bundeskanzleramt gemeinsam mit Wadephul und Spahn im Aufzug. Normales Praktikantendasein!
Thematisch haben wir uns mit Tourismus, Inklusion und Teilhabe, Künstlicher Intelligenz bis hin zu thematisch schweren Themen wie dem Sudan und dem Balkan auseinandergesetzt.
Vielen lieben Dank an Viva Heines und Dr. Malte Gregorzewski, aber auch an alle anderen Beteiligten, für diese eindrucksvolle und spannende Woche, die bisher zu einem meiner besten Praktika gehört – wenn nicht sogar das beste!
