Praktikumsbericht von Mirjam Kalisch

In dieser Woche hat Mirjam Kalisch ein Praktikum im Bundestagsbüro von Thorsten Frei gemacht. Im folgenden können Sie ihren Praktikumsbericht lesen:

Das vergangene Schuljahr habe ich als Austauschschülerin in den USA verbracht. Dies wurde mir durch das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) ermöglicht. Das PPP ist ein vom Deutschen Bundestag und dem amerikanischen Kongress finanziertes Vollstipendium, das jährlich pro Wahlkreis vergeben wird. Die Auswahl der Stipendiaten erfolgt dabei durch die jeweiligen Wahlkreisabgeordneten, die dann auch als Paten-Abgeordneten während des Programms fungieren. In meinem Fall übernahm diese Aufgabe Herr MdB Thorsten Frei für den Wahlkreis 286 Schwarzwald-Baar.
Während meines USA-Aufenthalts wurden alle Stipendiaten vom Kongress für eine Woche nach Washington D.C. eingeladen. Diese Zeit in der amerikanischen Hauptstadt war geprägt von Besuchen historischer Orte sowie parlamentarischer und staatlicher Organe wie dem Kongress oder dem Department of State – dem amerikanischen Innenministerium. Wir hatten auch die Möglichkeit, uns mit den Senatorinnen und Senatoren unseres jeweiligen Heimat-Bundesstaates sowie den lokalen Abgeordneten und deren Mitarbeitern auszutauschen. Dies hat in mir den Wunsch geweckt, auch einen tieferen Einblick in den Deutschen Bundestag zu erhalten und hier in Berlin hinter die Kulissen zu blicken. Nach meiner Rückkehr hat mir mein Paten-Abgeordneter Herr Thorsten Frei dies mit einem einwöchigen Praktikum in seinem Abgeordnetenbüro in Berlin ermöglicht. Dafür bin ich ihm und seinem Team sehr dankbar.
Während dieser Woche durfte ich anhand eines gut ausgearbeiteten Wochenplans an vielseitigen und sehr spannenden Veranstaltungen teilnehmen. Dazu gehörten Termine der Vertretung des Europäischen Parlaments in Deutschland mit Podiumsdiskussionen zur EU-Digitalpolitik und EU-Handelsverträgen sowie die Eröffnung der neuen Ausstellung im Europäischen Haus. Ich besuchte die Vorstellung des Berlin-Surveys, nahm an einer Diskussionsrunde über das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt teil und durfte im Rahmen von Veranstaltungen des Praktikantenprogrammes der Union das Berliner Abgeordnetenhaus besichtigen und einen Vortrag über den Bundesnachrichtendienst besuchen. Zusätzlich durfte ich einer Sitzung der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten beiwohnen, eine Veranstaltung der Landesvertretung von Baden-Württemberg über KI basierte Kunst besuchen, sowie eine Tagung der Stiftung Marktwirtschaft zum Zustand der deutschen Infrastruktur und ein parlamentarisches Frühstück des NAFFO (Nahost Friedens Forum) zum Schutz kritischer Infrastruktur mit einem Austausch von israelischen Erfahrungen. Weiter besuchte ich die Vorstellung des Hauptgutachten der Monopolkommission und das African Ambassadors Labour Mobility Summit.
Mein absolutes Wochen-Highlight dieser waren allerdings meine drei Besuche im Plenum des Deutschen Bundestags auf der Fraktionstribüne. Von dort konnte ich der Plenarsitzung folgen und den Rednerinnen und Rednern aller Parteien zuhören. Im Rahmen der Haushaltswoche gab es viel zu debattieren und ich konnte auch einige Ministerinnen und Minister sowie den Bundeskanzler reden hören. Ich habe mich gefreut, dass auch mein Paten-Abgeordneter Herr Frei zu den Rednern gehört hat. Zusätzlich konnte ich auch die Abläufe im Hintergrund einer Bundestagssitzung beobachten, die im Fernsehen aber kaum gezeigt werden. Dies sind z.B. der stenographische Dienst, der die Reden sowie Zwischenrufe festhält, die Saaldiener, die die Abgeordneten mit Wasser versorgen, ihnen Akten bringen und etliche andere Aufgaben ganz unauffällig im Hintergrund erledigen. Aber auch das Verhalten der Abgeordneten ist aus dieser Perspektive ganz neu erlebbar. Es herrscht oft ein emsiger Betrieb unter den Abgeordneten, die den Plenarsaal betreten oder verlassen und ihre Plätze für Gespräche kurz tauschen. Mir hat diese geschäftige Stimmung imponiert. Sie vermittelt mir einen Eindruck davon, wie engagiert Abgeordnete sind, um unser Land zu gestalten und die Interessen der Menschen zu vertreten. Dies erlebte ich aber nicht nur im Plenum, sondern vor allem auch in den Fachausschüssen. Ausschüsse sind die Orte, in denen die politische “Magie” tatsächlich geschieht. Hier werden Experten gehört, es wird diskutiert, Gesetzesentwürfe werden erstellt und Kompromisse geschlossen.
An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei Herrn MdB Thorsten Frei für die Möglichkeit dieses Praktikums bedanken und dafür, dass er sich in einer vollen Bundestagswoche Zeit für ein persönliches Gespräch genommen hat. Ein besonderer Dank gilt auch Herrn Dr. Malte Gregorzewski und Frau Viva Heines, die mein Praktikumsprogramm erstellt und begleitet haben. Ich hatte eine einzigartige Zeit in Berlin, an die ich mich sehr gerne zurückerinnern werde, spätestens wenn ich täglich die Nachrichten verfolge.