Praktikumsbericht von Jakob Sturm

In der letzten Woche hat Jakob Sturm ein Praktikum im Bundestagsbüro von Thorsten Frei gemacht. Im folgenden können Sie seinen Praktikumsbericht lesen:

Das politische Berlin kennenlernen – das hatte ich eigentlich schon hinter mir. Ob mit den Eltern oder mit der Schulklasse: Wenn man in der Hauptstadt ist, gehört der Besuch des Reichstagsgebäudes, der Blick aufs Kanzleramt und das Beobachten der emsigen Politikerinnen und Politiker im Regierungsviertel einfach dazu.

Doch das ist, wie ich feststellen durfte, nur die sprichwörtliche Spitze des Eisberges. Durch mein Praktikum im Bundestagsbüro von Thorsten Frei durfte ich tiefer eintauchen und das politische Berlin auf eine völlig neue Weise kennenlernen. Vom Sortieren der E-Mails des

Hauptaccounts bis hin zur feierlichen Regierungserklärung im Plenum des Deutschen Bundestages haben mein Mitpraktikant und ich ein enorm vielfältiges Programm durchlaufen.

Ein liebevoll und detailliert ausgearbeiteter Ablaufplan ermöglichte es uns, jeden einzelnen Schritt der parlamentarischen Gesetzgebung hautnah zu begleiten. Der Weg eines Gesetzes begann für uns in den Arbeitsgruppen der Fraktion, in denen vergleichsweise informell und partnerschaftlich debattiert und verhandelt wird. Weiter ging es über die größeren Ausschüsse, die teilweise live übertragen werden und in denen externe Sachverständige ihre Expertise mit den Abgeordneten teilen. Ich durfte mehrfach die Entstehung spannender

Gesetzentwürfe beobachten, die auch meine eigene Zukunft betreffen werden – so beispielsweise im Ausschuss für Recht und

Verbraucherschutz, wo es um die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Förderung der Reparatur von Waren ging. All diese Prozesse gipfeln

schließlich im großen Plenum, das in der allgemeinen Wahrnehmung die Arbeit des Bundestages repräsentiert.

Abseits der Legislative konnten wir uns zudem ein Bild der „vierten Gewalt“ machen: den Medien. Ein Besuch im ZDF-Hauptstadtstudio inklusive einer Führung und dem exklusiven Einblick in die Produktion des Morgenmagazins bot uns die spannende Möglichkeit, das Fernsehmachen abseits des Bildschirms hautnah zu erleben und hinter die Kulissen zu blicken.

Neben den Medienterminen begeisterte mich vor allem die Möglichkeit, die Liegenschaften des Deutschen Bundestages mit unserem Hausausweis völlig frei erkunden zu dürfen. Dass die berühmte Kuppel des Reichstagsgebäudes dadurch plötzlich kein touristisches Urlaubs-Highlight mehr war, sondern zu einem Frischluft-Rückzugsort im Arbeitsalltag wurde, gab mir ein wunderbares Gefühl der Freiheit.

Ein weiteres architektonisches und politisches Highlight war der Besuch im Bundeskanzleramt. In diesem beeindruckenden Gebäude bot sich die Gelegenheit zu einem direkten Austausch, bei dem ich meine Fragen an Herrn Frei in seiner Rolle als Chef des Bundeskanzleramt stellen konnte und sich ein sehr nahbares, freundliches Gespräch entwickelte.

Ein herzlicher Dank gilt in diesem Zusammenhang auch Herrn Christian Friedrich: Da sich selbst während der Praktikumswoche noch aktiv um spontane Gelegenheiten für uns bemüht wurde, ermöglichte er uns an einem der darauffolgenden Tage, die Räumlichkeiten des Bundeskanzleramts noch einmal genauer zu erkunden.

Was genauso zu meinem Praktikantenalltag gehörte wie die Plenarsitzungen, war der Besuch der Kantine (die übrigens eine hervorragende vegetarische Currywurst anbietet) sowie verschiedenster Veranstaltungen, um sich tiefer und informell in aktuelle Themen einzudenken.

Ob bei einem politischen Frühstück über die Innovationskraft des deutschen Mittelstandes oder bei einem Parlamentarischen Abend zur europäischen digitalen Identität (EUDI-Wallet), die Bandbreite war enorm. Als besonders spannend herausgestellt hat sich auch eine Abendveranstaltung zum Gebäudemodernisierungsgesetz, bei der ich mit Lobbyisten verschiedenster Interessengruppen über ihre Sichtweisen und ihre Arbeit im Allgemeinen sprechen konnte.

Die gesamte Woche war für mich ein einmaliges, spannendes und lehrreiches Erlebnis, das mir den Politikbetrieb nachhaltig nähergebracht hat.

Für den reibungslosen Ablauf und die wunderbare, herzliche Betreuung bedanke ich mich ganz besonders bei Frau Viva Heines und Herrn Dr. Malte Gregorzewski aus dem Bundestagsbüro. Ein ebenso großer Dank gilt Herrn Thorsten Frei, der mir diese unvergessliche Woche und die tiefen Einblicke in seine parlamentarische Arbeit überhaupt erst ermöglicht hat.