In der letzten Woche hat Katharina Lange ein Praktikum im Bundestagsbüro von Thorsten Frei gemacht. Im folgenden können Sie ihren Praktikumsbericht lesen:
Was kann in einer einzigen Woche Praktikum schon viel passieren? Diese Frage stellte ich mir am Morgen des 2. März 2026, als ich meinen Hausausweis für den Deutschen Bundestag abholte. Dass diese Woche so viele Eindrücke und Einblicke bereithalten würde, hätte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht erwartet, obgleich sich die politischen Ereignisse der Woche überschlugen. Gleich zu Beginn wurde ich von Viva Heines, Mitarbeiterin von Thorsten Frei, freundlich empfangen und darüber informiert, dass ich Herrn Frei persönlich im Bundeskanzleramt kennenlernen würde. Die sonst eher geheimnisvoll wirkende „Blackbox Kanzleramt“ einmal von innen zu sehen, ließ mein politisches Herz sofort höherschlagen. Nach einem sehr freundlichen und interessierten Gespräch mit Herrn Frei selbst ging es am Nachmittag direkt weiter mit einer Sitzung des Ausschusses für Arbeit und Soziales – und damit mitten hinein in die parlamentarische Arbeit.
Der Dienstag begann mit einem besonderen Highlight: der Teilnahme am ZDF-Morgenmagazin im Hauptstadtstudio des ZDF. Moderiert von Dunja Hayali und Mirjam Meinhardt wurde dort über die politische Lage im Iran nach den Angriffen der USA und Israels am vorausgegangenen Wochenende berichtet. Neben der Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen einer großen Nachrichtensendung zu werfen, erhielten wir im Anschluss eine Führung durch das Redaktionsgebäude. Beim gemeinsamen Frühstück diskutierten wir anschließend mit dem Redaktionsleiter Andreas Wunn über journalistische Entscheidungsprozesse und darüber, nach welchen Kriterien Themen für eine Sendung ausgewählt werden. Am Nachmittag folgte ein weiterer spannender Programmpunkt: Dr. Andreas Feser gab uns Einblicke in die Arbeit von Untersuchungsausschüssen und Enquete-Kommissionen und erläuterte insbesondere, nach welchen Kriterien die Mitglieder einer Enquete-Kommission ausgewählt werden.
Am Mittwoch stand zunächst eine politische Führung durch den Bundestag auf dem Programm. Anschließend hatten wir die Gelegenheit, in einer Diskussionsrunde mit dem Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn über Perspektiven für Studierende sowie über seine Rolle als Parteivorsitzender zu sprechen. Am Nachmittag begleiteten wir Thorsten Frei ins Bundesverkehrsministerium zu Minister Patrick Schnieder. Dort ergab sich ein amüsanter Moment: Als gebürtige Villingerin erkannte ich sofort den Dialekt der angereisten Gäste – Landräte aus den Landkreisen Konstanz, Schwarzwald-Baar und Waldshut-Tiengen. Ihr Anliegen war ernst: Sie wollten auf den zunehmenden Fluglärm aufmerksam machen, der durch die geplante Ausweitung des Schweizer Flugverkehrs in Richtung Norden entstehen könnte.
Der Donnerstag stand ganz im Zeichen des parlamentarischen Geschehens im Plenum. Auf der Tagesordnung standen unter anderem der sogenannte „Kensington“-Vertrag zur Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Großbritannien, die Diskussion um die Aufarbeitung der Epstein-Files sowie Debatten über die Reform des Bürgergelds hin zu einer neuen Grundsicherung. Am Nachmittag folgte eine weitere Diskussionsrunde, diesmal mit Martina Klement, Staatssekretärin für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung des Landes Berlin, die über aktuelle Herausforderungen und Chancen der digitalen Transformation und Nutzung von KI im öffentlichen Sektor sprach.
Der Freitag bildete schließlich den Abschluss des Praktikumsaufenthalts mit einem Besuch im Bundesrat. Dort standen unter anderem Themen wie die Förderung von Olympischen Athletinnen und Athleten sowie Fragen rund um Desinformation und Cybersecurity auf der Agenda.
Für mich als Masterstudentin der Friedens- und Konfliktforschung bot dieses Praktikum eine besonders wertvolle Gelegenheit, parlamentarische Prozesse nicht nur aus der theoretischen Perspektive zu betrachten, sondern sie unmittelbar mitzuerleben – mitsamt den Menschen, die sie gestalten. Gerade in einer Zeit, in der politische Umbrüche sowohl außen- als auch innenpolitisch deutlich spürbar sind, erscheint es umso wichtiger, die Beziehung zwischen Souverän und Repräsentanten nicht aus dem Blick zu verlieren. Vertrauen, Dialog und Transparenz sind entscheidende Voraussetzungen für eine lebendige Demokratie. Thorsten Frei hat mir in dieser Woche eindrucksvoll gezeigt, dass es gerade in politisch unsicheren Zeiten darauf ankommt, einen kühlen Kopf zu bewahren und verantwortungsvoll zu handeln.
Abschließend möchte ich mich besonders herzlich bei Thorsten Frei und Viva Heines bedanken, die mich nicht nur ausgesprochen freundlich durch diese Woche begleitet hat, sondern mir auch dabei half, mich im mitunter labyrinthartigen Gefüge des Bundestages zurechtzufinden.
