Am Donnerstag, den 24. September 2026, hat sich Thorsten Frei mit der Führungsspitze des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages (BWIHK) über die wirtschaftliche Lage und die notwendigen Reformen in Deutschland ausgetauscht. Der BWIHK ist der Zusammenschluss der zwölf Industrie- und Handelskammern des Landes und vertritt die Interessen von mehr als 650.000 Mitgliedsunternehmen gegenüber Politik und Institutionen auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene.
Im Mittelpunkt der Diskussion standen die aktuelle wirtschaftliche Situation, der zunehmende Reformdruck und die hohe bürokratische Belastung der Unternehmen. Zwar zeigte die baden-württembergische Wirtschaft zum Jahresbeginn 2026 erste Stabilisierungstendenzen, von einem nachhaltigen Aufschwung kann jedoch noch nicht gesprochen werden. Die Erwartungen der Unternehmen bleiben verhalten, Investitionen und Beschäftigung stehen weiterhin unter Druck. Hohe Energie- und Arbeitskosten, eine schwache Nachfrage und schwierige wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen belasten den Standort.
Frei machte deutlich, dass die jüngsten Wahlergebnisse aus seiner Sicht ebenfalls den hohen Erwartungsdruck auf die Politik und die Notwendigkeit grundlegender Reformen zeigen. Eine nachlassende Bindung an die klassischen Parteien sei ein zusätzliches Signal, Veränderungen konsequent anzugehen. Frei betonte, dass man bei den notwendigen Reformen jetzt nicht nachlassen dürfe.
Dies gelte auch für die Alterssicherung. Die Alterssicherungskommission hat ihre Empfehlungen vorgelegt, an deren Umsetzung die Bundesregierung arbeitet. Aus Sicht der CDU soll eine Rentenreform eine verlässliche Alterssicherung mit einer dauerhaft tragfähigen Finanzierung verbinden und verhindern, dass jüngere Generationen, Beschäftigte und Unternehmen durch immer weiter steigende Sozialversicherungsbeiträge belastet werden.
Zudem nahm das Thema Bürokratie breiten Raum ein. Die Vertreter des BWIHK kritisierten, dass Gesetze und Vorschriften immer komplexer würden und Unternehmen einen erheblichen Aufwand für Dokumentations-, Nachweis- und Genehmigungspflichten betreiben müssten. Ein großer Teil der Arbeit, die in neue Regelungen fließe, komme bei Unternehmen und Bürgern letztlich nicht als spürbare Verbesserung an.
Frei betonte, dass notwendige Reformen nicht immer konfliktfrei seien und einzelne Veränderungen auch Unternehmen oder gesellschaftliche Gruppen belasten könnten. Entscheidend sei es jedoch, Reformen tatsächlich umzusetzen, den Staat wieder leistungsfähiger zu machen und Deutschland wirtschaftlich wettbewerbsfähiger aufzustellen.
