Hausach hofft auf Bahnhofsanierung

Hausach wird bald baden gehen. Nicht im übertragenen Sinne, sondern tatsächlich nach der Eröffnung des Kinzigtalbades im März, dessen Modernisierung weitgehend im Kostenrahmen von 12,5 Millionen Euro blieb und von den umliegenden Städten und Gemeinden mitfinanziert wird. „Sie dürfen auf dieses gemeinsame Projekt sehr stolz sein, vor allem, dass die veranschlagte Summe nur durch zusätzliche Maßnahmen und Wünsche leicht überschritten wurde“, sagte Thorsten Frei bei seinem Besuch in Hausach gegenüber Bürgermeister Wolfgang Hermann, Amtsleitern und Gemeinderäten.
Noch höher liegt die Summe für die Schulsanierungen. Rund 17 Millionen Euro werden hier über mehrere Jahre verteilt in die Schulstadt investiert. Rund 80 Prozent der 2000 Schüler kommen von auswärts an die Gemeinschaftsschule, das Gymnasium oder die Beruflichen Schulen. Thorsten Frei freute sich über die hohe Investition, die natürlich auch durch öffentliche Gelder unterstützt wird. „Die Schulen kosten die Stadt zwar sehr viel Geld, doch sie sind auch von unschätzbarem Wert, denn Hausach bleibt damit allen Schülern in guter Erinnerung. Als attraktive Stadt wird Hausach an anderer Stelle von seiner Funktion als Schulstadt wieder profitieren“, zeigte sich Thorsten Frei überzeugt.
Das würde die Stadt auch gerne, etwa als attraktive Kommune für junge Familien oder fürs Gewerbe. Doch die Topografie sorgt für klare Grenzen. Ein potenzielles Wohngebiet hat die Stadt noch ins Auge gefasst. „Dann stoßen wir hier im Tal aber an unsere natürlichen Grenzen“, bedauerte Bürgermeister Wolfgang Hermann. Die Platzknappheit mache sich bereits in deutlich gestiegenen Blauplatzpreisen und leider auch im für alle überraschenden Wegzug des Büroausstatters Streit bemerkbar. Das Hausacher Traditionsunternehmen wolle expandieren. „Die gewünschte Fläche haben wir aber leider nicht“, bedauerte Hermann.
Ärgerlich ist für die Stadt und Thorsten Frei gleichermaßen die Situation rund um den Bahnhof. Dieser müsste eigentlich, wie alle Bahnhöfe, barrierefrei umgebaut werden. Auch eine Unterführung ins südliche Stadt- und Gewerbegebiet wird seit Jahren gefordert. Obwohl man hier bereits mehrfach bei der Bahn angefragt habe, tue sich leider nichts. Hier sagte Thorsten Frei seine Unterstützung zu. Er werde Kontakt mit dem Bahnbevollmächtigten Krenz aufnehmen.
Zu langsam voran geht es bei der Umfahrung Haslach, unter der auch die Hausacher sehr leiden. Der geplante Planungsstart sei vom Regierungspräsidium nun noch nochmals leicht nach hinten vom Frühjahr in den Sommer verschoben worden. Dies sei nicht zu verstehen, pflichtete Frei dem Bürgermeister bei, denn die Umfahrung habe bekanntlich das größte Kosten/Nutzen-Verhältnis aller geplanten Maßnahmen im Land.
Abgerundet wurde der Gemeindebesuch mit einem Blick in die Produktion des Hausacher Traditionsunternehmens Eisen-Schmid.