Gespräch über Gesundheitsfragen mit Geschäftsführer Gänsler von der Schwenninger BKK

Im Gesundheitswesen steckt derzeit viel Bewegung. Gesundheitsminister Jens Spahn treibt viele Gesetzesinitiativen voran. Unter anderem stehen das Faire-Kassenwahl-Gesetz und ein neues Gesetz zur Organspende in der Debatte. Um diese beiden Themen ging es bei einem Besuch von Thorsten Frei bei Siegfried Gänsler, Geschäftsführer der Schwenninger BKK.  
Siegfried Gänsler zeigte sich im Gespräch mit Thorsten Frei sehr zufrieden mit der Arbeit des Gesundheitsministers. Er packe viel an und bringe im Gesundheitsbereich einiges voran. Sorgen bereitet ihm allerdings im Rahmen des geplanten Faire-Kassenwahl-Gesetzes die geplante bundesweite Öffnung. Das Gesetz soll sicherstellen, dass künftig für alle Kassen gleiche Regeln gelten und aufhört, dass bei wettbewerbsrelevanten Themen der Krankenkassen von Bundes- und Landesaufsichten mit zweierlei Maß entschieden wird.  
Von dieser Öffnung erwartet Geschäftsführer Gänsler keine großen Kundenbewegungen, weil jeder seine Kasse in Reichweite haben möchte. Er sieht dafür eher finanzielle Nachteile auf die gut wirtschaftenden Krankenkassen in Baden-Württemberg durch die Weiterentwicklung des Risikostrukturausgleichs zukommen. Auch die Konzentration der Rechtsaufsicht beim Bundesversicherungsamt hält er für unnötig, da dieses die Länderbefugnisse ohne Grund beschneide.  
Weiterhin plane das Ministerium, dass der Verwaltungsrat künftig nicht mehr aus ehrenamtlichen Vertretern der Verwaltungsräte der Krankenkassen, sondern aus Vorstandsmitgliedern der Mitgliedskassen gebildet wird. Hier argumentiert Gänsler, dass man Bewährtes unnötig aufgeben wolle. Im Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes sind Versicherte und Arbeitgeber mit Vertreterinnen und Vertretern aus allen Kassenarten repräsentiert. Sie handeln im Interesse der Versicherten und Beitragszahler in gemeinsamer Verantwortung für Solidarität und Wettbewerb im Gesundheitswesen.  
Thorsten Frei, der sich generell für dezentrale Lösungen einsetzt, wenn eine Zentralisierung keine  Verbesserungen verspricht, sicherte BKK-Geschäftsführer Unterstützung zu. 
Abschließend wurde noch über die Debatte um das anstehende Organspendegesetz gesprochen. Hier müsse generell mehr Aufklärung durch Information erfolgen.