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St. Georgen setzt auf Stadtsanierung

„Wenn man nach St. Georgen kommt, sieht man eine enorme Entwicklung in der Stadt selbst und auch auf der Durchfahrt auf der B 33. Die öffentliche Hand wie Privatinvestoren haben die Kraft, das Bild einer Stadt zu verändern. Und dort, wo Bürgermeister und Gemeinderat gut und sachorientiert zusammenarbeiten, zeigt sich eine gute Stadtentwicklung. In St. Georgen habe ich den Eindruck, dass es hier so ist“, sagte Thorsten Frei gegenüber Bürgermeister Michael Rieger und Fraktionsvertretern bei seinem Gemeindebesuch im Rathaus. 

Dass man in der Bergstadt kurz- und mittelfristig noch einiges vorhat, zeigte der Bürgermeister dem Abgeordneten bei einer Fahrt durch die Stadt. Auf dem Magen liegt Michael Rieger der emsige  Biber in der Brigach. Die vom Nager angelegten Dämme bremsen den Durchfluss der jungen Brigach so stark, dass die Wasserqualität des Badesees Klosterweiher zuletzt stark gelitten hatte. Der Badebetrieb musste zuletzt untersagt werden. Über eine Umwälzpumpe soll demnächst das Wasser wieder mit mehr Sauerstoff angereichert werden. Auch ums Ausbaggern des abgesetzten Schlamms wird man nicht herumkommen, wofür sich der Bürgermeister eine finanzielle Unterstützung wünscht. Ein weiterer Wunsch wäre ein Kompromiss mit dem Naturschutz: Über Rohrleitungen könnte man quasi den lahmgelegten Zuflussbereich überbrücken und den See wieder mehr mit  Frischwasser versorgen. Weitere Projekte wie die Umwandlung des alten Gasthauses Roter Löwe zum Gemeinschaftshaus für 4,3 Millionen Euro oder die Sanierung von Marktplatz und Tiefgarage für rund 30 Millionen Euro sind Aufgaben, die man hier anpackt.  

Zu Beginn der Runde im Rathaus hatte Bürgermeister Rieger viel Lob für Thorsten Frei parat: „Man muss es deutlich sagen: Ohne Thorsten Frei wären wir beim für uns so wichtigen Lückenschluss der B 523 in Villingen-Schwenningen nicht so weit und hätten auch nicht die nun ideale Lösung ohne Ampeln. Er hat sich für die Priorisierung eingesetzt, für uns einen Termin in Berlin organisiert oder  selbst bei der Regierungspräsidentin für eine schnelle Tangente geworben.“ Thorsten Frei trat hier aber leicht auf die Bremse: „Es sieht sehr gut aus, aber bei der B 523 haben wir schon mehrfach geglaubt, dass der Ausbau in trockenen Tüchern ist. Wir können aber sagen, dass wir vorankommen. Die wichtigste Schlacht war die jüngste, als es um das Wie des Ausbaus mit oder ohne Ampelanlagen ging.“

Dankesworte gab es auch für die Schulförderung des Bundes bei der Digitalausstattung oder für die hohe Breitbandförderung. Kritische Worte gab es zur Corona-Pandemie: Der Einzelhandel leide sehr, ebenso mache man sich über die Zukunft der vielen Vermieter von Ferienwohnungen Sorgen. „Die Sorgen kann ich verstehen und die Pandemiemüdigkeit nachvollziehen, ebenso, dass manche  Entscheidung nur schwer nachvollziehbar erscheint“, meinte Frei. Aber der Bund leiste zum Erhalt der Strukturen Hilfen wie kein zweites Land dieser Größe und die Impfkampagne komme nun immer schneller voran, weshalb das Ende der Pandemie absehbar sei. Fehler seien mangels Blaupause für derlei Krisen sicher gemacht worden, aber im internationalen Maßstab sei Deutschland relativ gut durchgekommen.

Und auch nach den Öffnungen könne man mit dem Bund rechnen: „Sie müssen sich keine große Sorgen machen, was das Engagement des Bundes angeht. Diese Regierung wird keine Einschnitte vornehmen und auch andere Parteien sehen die Notwendigkeit, Kommunen in der aktuellen Lage zu fördern.“