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Gütenbach setzt wichtige Akzente

Gemeindehallensanierung, neues Gemeindehaus für Verwaltung und Feuerwehr, ein undichtes Schuldach, notwendige weitere Investitionen ins Breitbandnetz ­– der Investitionsstau in der 1200-Einwohner-Gemeinde Gütenbach ist groß. Entsprechend erfreut war Thorsten Frei bei seinem Gemeindebesuch über die Tatsache, wie „konsequent sich Bürgermeisterin Lisa Hengstler und ihr Gemeinderat der Aufgaben annehmen und diese mit Unterstützung von Bund und Land trotz angespannter Finanzlage Schritt für Schritt umgesetzt werden“.

Nach der Verlegung des Spielplatzes vom Außenbereich neben Gemeindehalle und Schule sind die Arbeiten an der modernisierten Gemeindehalle für 3,3 Millionen Euro bis auf wenige Restarbeiten abgeschlossen. Parallel wurde das frühere King-Fabrikgebäude abgerissen, wo Rathaus und Feuerwehr unter ein Dach zusammengeführt werden. Diese Planung bezeichnete Frei als klugen Schachzug, auch wenn die Bürgermeisterin von einer Bausumme von über 3,5 Millionen sprach: „Zwei separate Gebäude wären die Gemeinde wahrscheinlich noch teurer gekommen. Und zusammen mit dem Vorplatz erhält Gütenbach auch optisch eine Dorfmitte.“ Auch die soziale Komponente dürfe man bei diesem Projekt nicht unterschätzen. Auf dem neuen Vorplatz könnten Feste stattfinden und die Attraktivität der Freiwilligen Feuerwehr werde im Vergleich zu den nicht mehr zeitgemäßen Verhältnissen heute enorm gesteigert. Dies sei für die Wehr wie für Bürgersinn und Dorfgemeinschaft ein sehr positives Signal.

„Zusammen mit dem weiter fortschreitenden Breitbandausbau wird mit diesen Investitionen auch die Lebensqualität in einer ohnehin attraktiven Landschaft deutlich gesteigert“, konstatierte  Thorsten Frei in der Corona-konformen Runde mit dem CDU-Ortsvorsitzenden Maurice Cazautet und Gemeinderäten in der Gemeindehalle. Entsprechend positive Entwicklungen wie eine stagnierende Einwohnerzahl nach jahrelang negativem Wanderungssaldo oder eine deutlich gestiegene Kinderzahl in der Schule, die Bürgermeisterin Hengstler erwähnte, stützen diese Aussage.

Die Bürgermeisterin betonte aber auch, dass man trotz der Gewerbebetriebe im Ort wie im interkommunalen Gewerbegebiet nicht die Finanzkraft habe, all diese notwendigen Projekte alleine zu stemmen. Entsprechend lautete der Dank für die teils hohen Bundesförderungen (50 Prozent) beim Breitbandausbau, der Spielplatzverlegung, der digitalen Ausrüstung der Schule oder der Ortskernentwicklung, verbunden mit dem Wunsch weiterer Förderungen: „Die Schulden der Gemeinde werden nach dem Bau des Gemeindezentrums mit kalkulierten 3,4 Millionen Euro sehr hoch sein. Entsprechend hoffen wir weiter auf Unterstützung über Programme oder den Ausgleichsstock des Landes, um nicht über Jahre in Bezug auf Modernisierungen handlungsunfähig zu werden.“

Thorsten Frei betonte, dass die Kommunen staatsrechtlich zur Ebene der Länder gehören und entsprechend die Finanzbeziehungen angelegt seien. Dennoch unterstütze der Bund für sein gefasstes Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land inzwischen in vielen Bereichen mit direkten Zahlungen. Dazu zählten das erwähnte Breitband, die Digitalisierung der Schulen, der Städtebau oder auch die Kinderbetreuung mit hohen Milliardenbeträgen. Nicht unterwähnt ließ er den Verzicht des Bundes auf den Gewerbesteueranteil in Pandemiezeiten oder die Entlastung des Kreises bei den Kosten der Unterkunft, was sich bereits auf eine Senkung der Kreisumlaufe ausgewirkt habe.