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Landwirte machen sich Sorgen um Biogasanlagen

Biogasanlagen werden seit dem Jahr 2000 staatlich gefördert. Nun werden viele stillgelegt, obwohl ein Viertel des Stroms aus regenerativen Quellen im Land aus Biogas stammt. Grund sind die auslaufenden Förderungen. Unter Markbedingungen lassen sich die Anlagen nicht betreiben. Zu niedrig seien die Stromerlöse, sagt BLHV-Vorsitzender Johannes Schwörer, der in Bräunlingen selbst eine Biogasanlage betreibt, in der Runde mit Thorsten Frei, BLHV-Bezirksgeschäftsführer Oliver Maier und Biogas-Bauern. Von der Politik erwarten sie bis zum Jahresende eine klare Aussage, ob und wie es mit ihren Anlagen weitergehen kann.

Thorsten Frei sagte ihnen seine Unterstützung zu. Zwar könne man die Anlagen nicht ungebrochen hoch subventionieren, "aber Biogasanlagen haben viele Vorteile: Sie tragen ihren Teil zur Energiewende bei und die Biogasverstromung sorgt durch die permanente Verfügbarkeit für mehr Netzstabilität. Des Weiteren bietet sie den Landwirten ein wichtiges Zusatzeinkommen." Nicht zu vergessen sei, dass sie bei der Einhaltung der neuen Düngeverordnung, also der Verwertung der Gülle, sowie bei der Verstromung des anfallenden Methangases auch für den Klimaschutz einen Beitrag leisten.

Durch die Stilllegung von Anlagen müssten, so die Landwirte gegenüber Thorsten Frei, teure Güllebehälter gebaut werden. Für den ein oder anderen Landwirt sei dies ein Grund, den Betrieb zu schließen. Deshalb fordern die Bauern von der Politik einen fixen Preis für die eingespeiste Kilowattstunde, um entsprechend kalkulieren zu können. Falls die Politik zudem keinen Bestandsschutz für Altanlagen ausspreche und an Modernisierungen festhalte, müsse es auch hierfür Förderungen geben, anders sei dies nicht zu finanzieren.