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Furtwangen wünscht sich Tagungszentrum

Seine Sommertour durch die Städte und Gemeinden seines Wahlkreises hat Thorsten Frei in Furtwangen bei Bürgermeister Josef Herdner fortgesetzt. Größter Wunsch der Stadt ist ein neues Mehrzweckgebäude in Kooperation mit der Hochschule mit Mensa- und Tagungsmöglichkeiten. Denn in der Stadt fehlt es inzwischen an einer ausreichend großen Stadthalle. Auch die Industrie vor Ort habe größtes Interesse an entsprechenden Tagungsmöglichkeiten, hieß es. Das Projekt wird derzeit mit rund 30 Millionen Euro veranschlagt und soll auf dem ehemaligen Koepfer-Gelände gebaut werden.

Zwei Wünsche sind in der jüngsten Vergangenheit in Erfüllung gegangen: Der neue, am Ortseingang aus Richtung Gütenbach errichtete und vom Bund (B500) finanzierte Kreisverkehr für 1,15 Millionen Euro. Und zudem steht nach langem Kampf und Hoffen die Finanzierung des Gemeinschaftshauses im Ortsteil Rohrbach mittels ELR-Mittel in Höhe von 500 000 Euro. Bürgermeister Herdner dankte in der Runde mit Gemeinderäten Thorsten Frei für dessen großen Einsatz für diese beiden Projekte. Im gleichen Atemzug hofft Herdner nun natürlich auch auf dessen Unterstützung für das geplante Mehrzweckgebäude, die ihm Thorsten Frei zusagte.

Mit rund 800 Unternehmen mit mehr als 4200 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten bilden zusammen mit rund 2600 Studierenden an der Hochschule den attraktiven Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Furtwangen. Die Probleme der Studentenstadt mit rund 9100 Einwohnern sind dennoch vergleichbar mit jenen anderer Städte dieser Größenordnung: Der ÖPNV muss im Hinblick auf den Klimaschutz besser ausgebaut werden. Nach Jahren der rückläufigen Einwohnerzahlen muss nun wieder mehr Wohnraum geschaffen werden. Und mit der eintrübenden Konjunktur sind vor allem Automotive-Zulieferer aus dem Bregtal mit den negativen Entwicklungen auf dem Weltmarkt belastet. „Ich werde deshalb im neuen Haushalt den Gewerbesteuersatz um eine Million auf sieben Millionen Euro senken“, kündigte Josef Herdner an.  

In der Diskussion mit Bürgermeister und Gemeinderatsvertretern ging es vor allem um Unsicherheiten in der Mobilität und um den Klimaschutz. „Die Elektro-Mobilität löst in meinen Augen nicht alle Probleme. Ich persönlich sehe die Dieseltechnologie noch lange nicht am Ende“, meinte Thorsten Frei. Das größte Energieeinsparpotenzial sieht er in der energetischen Gebäudesanierung. Hier habe man in Deutschland noch großen Nachholbedarf. Um die Klimaziele zu erreichen, wird es hier wohl ohne öffentliche Förderung nicht gehen, meinte Frei.

Anschließend besuchte man die Firma Firma Scherzinger Pumpen, die derzeit ein neues Produktionsgebäude im interkommunalen Gewerbegebiet Neueck errichten lässt und mit der Produktion im Laufe des Oktobers beginnen möchte. Rund 150 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen. Geschäftsführer Matthias Derse freute sich über den Besuch des Abgeordneten, hatte aber auch einige Wünsche in Bezug auf bürokratische Belastungen. Gerade die neue A1-Bescheinigung für Entsendung und Dienstreisen im EU-Ausland und in die Schweiz sei ein solches Beispiel für die Regelungswut. Von einem grenzenlosen Europa sei hier nichts zu spüren. Die gerichtlich verordnete Zeiterfassung für alle Beschäftigten bringe ebenfalls mehr Aufwand. Thorsten Frei pflichtete dem Geschäftsführer bei und warnte, dass man das Rad nicht überdrehen dürfe, um der Wirtschaft nicht durch noch mehr bürokratische Fesseln zu schaden.